Prinz Owi lernt König
Welches Kind würde sich nicht wünschen, öfters Weihnachten zu feiern?
Der kleine Prinz Owi möchte das Fest der Liebe gar jeden Monat zelebrieren, was der gesamte Hofstaat widerwillig mitmacht. Die Tanne Douggy ist schon ein trockenes Gerippe, Oberschönling Don Antello kann kaum mehr die Mägde auf Trab halten, und Mama Königin mag auch keine Plastik-Quietsch-Entchen mehr als Geschenk verpacken.
Es muss sich was ändern: Prinz Owi soll endlich König lernen, indem er eine Bildungsreise antritt. Aber wohin soll es bloss gehen?
Seine Reise begann in Oberägeri, wo die Klasse 4a von Reto Schnider mit Sprachwitz, schrägen Typen und jeder Menge bezaubernder Musik, das Publikum in die Prinzenwelt entführten.
Mit zwei Schülervorstellungen und drei öffentlichen Aufführungen in der Aula Maienmatt rundeten die Kinder nebst der intensiven Probewoche, ein aufwändiges Musicalprojekt „Prinz Owi lernt König" ab. Zum Abschluss bereitete die Schulklasse den Bewohnerinnen und Bewohnern des Betagtenheims Breiten mit einem Gastspiel einen abwechslungsreichen Nachmittag.
Oberägerer Fahnen, die einst Strassenlaternen schmückten, zierten den hellblauen Schlosssaal, welchen die Schülerinnen und Schüler nebst anderen Verzierungen auf grosse Kulissenwände gemalt hatten. Mit ausdrucksstarken Requisiten, abgestimmter Schminke und authentischen Kostümen gaben die Kinder während 90-minütiger Bühnenpräsenz 14 klangvolle Ohrwürmer – mehrheitlich aus Solostücken bestehend - zum Besten. Selbstbewusst präsentierten sie den musikalischen Ohrenschmaus und liessen sich vom zahlreich erschienenen Publikum nicht aus der Ruhe bringen.
Mit treuem Blick watschelte das grosse Plüschkamel, aus dessen Körper zwei Jungenköpfe – die beiden Höcker – ragten, nach der Pause über die Bühne. Bei jedem Auftritt liess es zum Ärgernis der Prinzenmagd einen Kot fallen und unterhielt die Zuschauer mit passenden lustigen Spruchschildern. Prinz Owi und sein königlicher Anhang befanden sich im zweiten Teil im Orient. Das Bühnenbild zeigte nun auf den Rückseiten der Kulissenwände eine sandfarbene Wüstenlandschaft mit Palmen und Kakteen.
Nach zahlreichen Begegnungen, etwa mit dem Scheich und seiner hübschen Tochter, sieht der junge Prinz schlussendlich ein, dass Weihnachten nur einmal im Kalender stehen sollte. Gemeinsam mit seiner Herzallerliebsten, deren Vater und dessen Schatztruhe wünschte er sich von einer Sternschnuppe zurück nach Oberägeri. Ein funkelnder Sternenhimmel an der Bühnendecke liess das Publikum nebst anderen stimmungsvollen Lichteffekten staunen und so endete des Prinzen Reise. Im Ägerital ist es halt immer noch am schönsten...
Barbara Hess
Fotos zum Musical finden Sie unter: Fotoalbum!
