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Ein altes Hirn in neuem Kopf

10. Juli 2003
"Hirnigschichte"

Können Sie sich vorstellen, von einem Spender ein Gehirn in sich zu tragen? Ihre Gedankenwelt würde von einem Ihnen unbekannten Geist dominiert. Eine befremdende Vorstellung. Und trotzdem: Unser medizinisch-technische Fortschritt wagt solche Experimente. Sind solche Eingriffe ethisch-moralisch vertretbar? Was denken Sie?

Genau mit solch unalltäglichen Fragen wollte die dritte Oberstufe mit ihrem Theater „Hirnigschichte“ zum Nachdenken anregen.

Ein krebskranker Astrophysiker, als Professor an Universitäten unterrichtend, gibt noch vor dem Versagen seiner Kräfte sein Einverständnis, dass sein Gehirn für eine Transplantation genutzt werden darf – zur Experimentierfreude und Erfolgsbegierde der ihn behandelnden Ärzte. Sehr effektvoll inszenierten die Spieler die Operation. Mit einem Schattenspiel führten sie das Publikum im Detail durch die heikle Prozedur. Zum Entsetzen der Zuschauenden wandten sie die Hammermethode an, um die nussharten Schädel zu knacken. Nicht genug, weiter trennte man die Schädeldecke mit einer Rundfräse ab. Manchen im Publikum wurde es womöglich ein wenig mulmig zu Mute.
Nach der „erfolgreichen“ Operation kommt es zu zahlreichen Missverständnissen. Der Herr mit dem implantierten Gehirn kennt seine Familie, ja gar seine Frau nicht mehr. Plötzlich referiert er über physikalische Zusammenhänge und am Kiosk verkauft man ihm den falschen Tabak. Er und seine Familie sind entsetzt über die regelmässigen Verwechslungen und Missverständnisse.
Im Himmel treffen Arzt und Patient wieder aufeinander. Petrus verurteilt die Eingriffe des Arztes scharf und fordert ihn auf , die Operation wieder rückgängig zu machen.

Das Theater "Hirnigschichte" regte zum Denken an. Der dritten Oberstufe gelang es, die Thematik echt in Szene zu setzen. Tragische Schicksale wechselten sich mit lustigen Lachern ab. Das passende Bühnenbild, teils von den Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonen selbst gebastelt und gemalt und die sehr treffend auf die Rollen abgestimmten Kostüme trugen das ihre zum guten Gelingen des Theaters bei. Ein rundum gereifter Versuch!

Reto Etterli

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ah